Astor Piazzolla (1921-1992) war ein Komponist und Bandoneón-Spieler, der den Tango revolutionierte. Als er drei Jahre alt war, ging seine Familie von Buenos Aires nach New York City. Dort blieben sie, mit einem kurzen Unterbruch, bis 1936. Der junge Astor hörte in Harlem Jazz-Musiker wie Cab Calloway. Zurück in Buenos Aires, begann er mit dem traditionellen Bandoneón-Spiel im Orchester von Aníbal Troilo. 1940 komponierte Piazzolla ein Stück für Arthur Rubinstein, der auf einer Konzerttournee in Buenos Aires halt machte. Rubinstein erkannte das Talent von Piazzolla und riet ihm, bei Alberto Ginastera Kompositionsstunden zu nehmen, was er denn auch tat. Dort hörte er viel Bartók und Stravinsky, die ihn stark beeinflussten. 1944 verliess er das Trio von Aníbal Troilo, was ihm in der Tango-Szene als Undankbarkeit und Verrat angekreidet wurde. Der 25jährige Piazzolla ging von nun an seinen eigenen Weg und gründete seine eigene Tango-Gruppe. In seine Kompositionen fügte er den Kontrapunkt, die Fuge und neue Harmonien ein. Es brauchte über dreissig Jahre bis Piazzolla in den 80er Jahren schliesslich mit seinem revolutionierten Tango in Buenos Aires anerkannt wurde. In einem erinnerungswürdigen Konzert in der Genfer Victoria Hall konnte ich ihn gegen Ende seines Lebens erleben. Piazzolla war noch voll auf der Höhe seines Könnens. Später erlitt er einen Hirnschlag in Paris, von dem er sich nicht mehr erholte. Er verstarb 1992 in Buenos Aires.